Mit dem Auto zum ersten Mal allein in den Urlaub: Das sollten Fahranfänger beachten

  • 18th Juli 2013
  • News

Jedes Jahr machen in Deutschland rund 130.000 junge Leute ihren Autoführerschein. Mit dem Beginn der Sommerferienzeit zieht es jetzt viele der Führerschein-Frischlinge in den Urlaub. Mit dem eigenen Wagen oder der Familienkutsche geht es bevorzugt nach Frankreich, Italien oder Spanien zum Ausspannen und Party machen. Doch Vorsicht: Die erste lange Autofahrt in die Fremde birgt gerade für Fahranfänger manche Tücken. CHECK24 gibt Fahranfängern Tipps, wie der erste Urlaub mit dem eigenen Auto erfolgreich verläuft.

 

Die ersten Fragen beginnen bereits bei der Urlaubsplanung. Welche Verkehrsbestimmungen gelten im Urlaubsland? Die jeweilige Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen, Schnellstraßen und innerorts ist meist ausgeschildert. Doch in einigen Ländern gelten für Fahranfänger besondere Grenzen. In Frankreich und Kroatien beispielsweise müssen sie auf den Autobahnen mindestens 20 km/h unter der für die anderen Autofahrer geltenden Höchstgeschwindigkeit bleiben.

Die Einteilung als Fahranfänger ist von Land zu Land unterschiedlich geregelt. In Italien und Frankreich sind es all jene, die ihren Führerschein kürzer als drei Jahre besitzen. In Kroatien hingegen gelten Autofahrer bis 25 Jahre als Frischlinge. Die Finger vom Alkohol lassen sollten unerfahrene Autofahrer in jedem Land. In den meisten beliebten Destinationen deutscher Urlauber gelten sehr strenge Vorgaben – oft ist null Promille hinterm Steuer Pflicht.

Bei Alkohol am Steuer ist auch der Versicherungsschutz in Gefahr

Wer sich nicht daran hält, muss bei einer Verkehrskontrolle mit empfindlich hohen Strafen rechnen. Kommt es im Ausland  zu einem Autounfall, versteht auch die Kfz-Versicherung bei Alkohol oder Drogen keinen Spaß. Der Versicherungsschutz greift dann nicht, der junge Autofahrer muss die Folgen des Unfalls auch finanziell tragen beziehungsweise wird nachträglich von der Versicherung in Regress genommen.

Für den Fall eines Unfalls im Ausland empfiehlt sich der Europäische Unfallbericht. Er ist über die Kfz-Versicherung zu beziehen und in mehreren Sprachen ausgestellt. Das erleichtert vor Ort die Verständigung mit den Unfallbeteiligten sowie Behörden. Der Unfall kann sauber protokolliert werden. Außerdem vereinfacht das Dokument die anschließende Schadenregulierung mit dem eigenen oder fremden Kfz-Versicherer. In einigen Ländern wie Albanien, Serbien, der Türkei und der Ukraine ist zudem die sogenannte Grüne Versicherungskarte Pflicht. Sie ist der Nachweis für eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung.

Wichtige Frage: Darf ich das Auto überhaupt fahren?

Wer nicht mit dem eigenen Auto in den Urlaub fährt, sondern sich von den Eltern oder Bekannten einen Wagen leiht, sollte außerdem darauf achten, dass der Versicherungsschutz auch im Urlaubsland gilt. In Nicht-EU-Staaten ist dies nicht immer automatisch der Fall.

Außerdem muss vorab geklärt werden, ob der Führerscheinneuling den privat geliehenen Wagen überhaupt fahren darf. Manche Autobesitzer haben den Fahrerkreis gegenüber ihrer Kfz-Versicherung eingegrenzt, um Beiträge zu sparen. In einem solchen Fall muss die Kfz-Versicherung noch schnell angepasst werden. Andernfalls kann die Versicherung vom Halter Versicherungsprämien nebst Strafzahlungen nachfordern.

Die Bestimmungen, welche Sicherheitsausrüstung im Auto vorhanden sein muss, sind selbst innerhalb der EU höchst unterschiedlich. Auch hier lohnt es, sich vor der Urlaubsfahrt mit den Vorschriften vertraut zu machen und gegebenenfalls noch einige Utensilien zu besorgen. In den meisten Urlaubsländern ist zum Beispiel eine Warnweste im Auto Pflicht – in Deutschland muss sie dagegen erst ab 1. Juli 2014 mitgeführt werden.

Jedes Urlaubsland hat  eigene Verkehrssicherheitsregeln

In Bulgarien etwa gehört außerdem ein Feuerlöscher zum Pflichtprogramm im Wagen, außerdem muss das Licht auch am Tag eingeschaltet sein. Letzteres gilt auch auf Frankreichs Straßen. Den obligatorischen Alkohol-Tester haben die Franzosen dagegen nach einem gründlichen Fehlstart wieder beerdigt. In Kroatien und Spanien müssen für den Bedarfsfall Ersatzglühbirnen vorhanden sein, in Slowenien gehört ein Reservebenzinkanister zur Pflichtausstattung.

Wer jetzt noch an die Vignettenpflicht auf vielen Straßen im Ausland denkt, genügend Proviant einpackt, ausreichend Pausen während der Fahrt einlegt und die Route vor der Abfahrt sorgfältig plant , kommt auch als Fahranfänger sicher und hoffentlich entspannt ans Urlaubsziel.

Autor: Sascha Rhode