Motorradführerschein aus dem Ausland ist ein Wagnis

  • 30th Juli 2013
  • News

Weil die Fahrerlaubnis für das Motorrad nicht unbedingt günstig ist, spielen vor allem junge Menschen mit dem Gedanken, ihren Motorradführerschein im Ausland zu machen. Hiervon ist jedoch abzuraten, womöglich ist solch eine Fahrerlaubnis nicht lange gültig. Besser es wird der Führerschein in Deutschland gemacht und dafür ein wenig am Motorrad gespart.

Auf zahlreiche Menschen übt das Motorradfahren eine große Faszination aus. Auch viele junge Menschen können sich für Motorräder begeistern und spielen deshalb mit dem Gedanken, sich so früh wie möglich ein eigenes Kraftrad zuzulegen. Oft wird versucht den Führerschein für Pkw und Motorrad zusammen zu machen – und teilweise wird der Fahrerlaubnis für das Motorrad sogar der Vorrang eingeräumt.

Generell ist es gut, wenn mit dem Motorradfahren früh begonnen wird. Je früher der Einstieg erfolgt, desto eher wird mit dem Sammeln von Fahrerfahrung begonnen. Außerdem gibt es eine Leistungsbegrenzung auf 48 PS, die für 18-jährige Neulinge mindestens zwei Jahre lang gilt und somit das Unfallrisiko senkt – Maschinen mit mehr Leistung dürfen erst später gefahren werden.

Teurer Motorradführerschein

Doch bevor gefahren werden darf, gilt es zunächst die Fahrerlaubnis zu erhalten. Hierbei handelt es sich um ein Vorhaben, das nicht zu unterschätzen ist – auch aus finanzieller Sicht nicht. In den vergangenen Jahren ist der Motorradführerschein kostspielig geworden, mittlerweile fallen stattliche Kosten an, die ungefähr zwischen 500 und 1.800 Euro liegen. Mit welchen Kosten letztlich zu rechnen ist, hängt im Wesentlichen davon ab, ob und welche Fahrerlaubnis bereits vorhanden ist.

Angesichts dieser Kosten schrecken viele junge Menschen vor dem Besuch einer nationalen Fahrschule zurück. Andere möchten den Motorradführerschein trotzdem machen und suchen daher gezielt nach Möglichkeiten zur Senkung der Kosten. Häufig kommen sie hierbei auf die Idee, ihre Fahrerlaubnis im Ausland zu erlangen. Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr: Es hat sich herumgesprochen, dass Führerscheine aus dem Ausland auch in Deutschland gültig sein können und gleichzeitig viel günstiger sind.

Fahrschule im Ausland besuchen: Die Verlockung ist groß

Die Verlockung, diesen Weg einzuschlagen, ist sehr groß. Mittlerweile haben Fahrschulen im Ausland auf die hohe Nachfrage aus Deutschland reagiert und ihre Ausbildungen entsprechend angepasst. Dies trifft besonders für die Nachbarländer Polen und die tschechische Republik zu. Teilweise besteht dort die Möglichkeit, nicht nur am Fahrschulunterricht in deutscher Sprache teilzunehmen, sondern auch die Prüfung auf Deutsch abzulegen.

Viele dieser Fahrschulen werben gezielt im Internet und sind daher leicht zu finden. Allerdings richten sich die Angebote weniger an junge Menschen, die beim Führerschein sparen möchten. Die Zielgruppe ist eine vollkommen andere. In erster Linie wird der Fahrschulunterricht angeboten, damit ehemalige Kraftfahrer eine zweite Chance erhalten. Zunehmend mehr Deutsche, die ihre Fahrerlaubnis verloren haben, umgehen die MPU und machen lieber erneut einen Führerschein im Ausland. Diese Vorgehensweise ist komfortabler und außerdem deutlich preiswerter. 

Schwierige Rechtslage

Experten sprechen auch gerne vom so genannten Führerscheintourismus. Er hat in den vergangenen Jahren maßgeblich zugenommen, was in Anbetracht der Vorteile gegenüber der MPU nicht überrascht. Zumal die Führerscheine als anerkannt galten, immerhin wurden sie offiziell von einem Mitgliedstaat der EU ausgestellt.

Allerdings ist der Gesetzgeber über diese Entwicklung nicht gerade erfreut, schließlich haben betroffene Kraftfahrer ihre Fahrerlaubnis nicht grundlos verloren. Genau deshalb werden die Verkehrsgesetzte gelegentlich angepasst – mit der dritten Führerscheinrichtlinie hat sich auch die EU darum bemüht, dem Führerscheintourismus einen Riegel vorzuschieben.

Die gesetzlichen Änderungen haben jedoch nur bedingt gefruchtet. Einem Kläger aus Deutschland ist es beispielsweise schon gelungen, seinen Führerschein, den er in der tschechischen Republik erneut erlangte, erfolgreich vor dem Europäischen Gerichtshof zu verteidigen. Dies gelang ihm, da er seinen Wohnsitz für einen Zeitraum von mehr als 185 Tagen in das Nachbarland verlegt hatte.

Es ist jedoch fraglich, wie lange solche Schlupflöcher noch genutzt werden können. Es besteht das Risiko, dass bestimmte Führerscheine eines Tages aberkannt werden – selbst wenn die Fahrerlaubnis in Deutschland nicht eingezogen wurde. Dementsprechend sollten Personen, die beim Motorradführerschein sparen möchten, dieses Risiko besser nicht eingehen.

Geld lieber an anderer Stelle einsparen

Im Hinblick auf die Rechtssicherheit ist es vernünftig, die Fahrerlaubnis besser in Deutschland zu erlangen. Wer sparen möchte, kann dies auf anderem Wege machen. So bietet es sich zum Beispiel an, beim Motorrad zu sparen. Gerade Anfänger müssen nicht zwingend mit einem neuen Motorrad starten, für den Anfang reicht eine gebrauchte Maschine vollkommen aus.

Zumal gebrauchte Motorräder den neuen Modellen nicht automatisch unterlegen sein müssen. Der Markt ist mit allen denkbaren Modellen ausgestattet, nicht zuletzt bei Motoscout24.de werden zahlreiche gebrauchte Motorräder angeboten. Gebrauchte Motorräder, die sich sogar technisch in einem hervorragenden Zustand befinden, sind im Vergleich zu neuen Motorrädern deutlich preiswerter.